Keine Windräder im Pfälzerwald.Bürger machen mobil. Petition angelaufen. Bereits Tausende Unterschriften

Keine Windräder im Pfälzerwald.
Bürger machen mobil. Petition angelaufen. Bereits Tausende Unterschriften

Die Initiative Pro Pfälzerwald (IPP) hat eine Petition an Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Umweltministerin Anne Spiegel (Grüne) gestartet: „Wir fordern: Finger weg vom Pfälzerwald! Keine Öffnung des Biosphärenreservats Pfälzerwald/Nordvogesen für die Windindustrie!“. Der Pfälzer liebt seinen Pfälzerwald und hat eine enge emotionale Bindung zu ihm. Entsprechend hoch schlagen bereits die Wellen der Empörung. Viele befürchten, dass das Biosphärenreservat Pfälzerwald der Windindustrie geopfert wird. Das zeigen die rasant wachsenden Unterschriften zur Online-Petition.
Bild: So könnte es künftig im Pfälzerwald aussehen. Collage IPP. Foto: Christoph Riemeyer

Annweiler.4.5.2021/hi. Das Biosphärenreservats Pfälzerwald/Nordvogesen ist mit seinen herrlichen Ausblicken, Felsen und Burgen und unzerstörter Natur ein wahres Paradies.

Für die Menschen aus naher und ferner Umgebung ist er Naherholungs- und Wandergebiet. Der Pfälzerwald ist Klimaschützer, Trinkwasserreservoir, Sauerstofflieferant, sowie Rückzugsgebiet für viele Pflanzen- und Tierarten wie Wildkatze, Luchs, Schwarzstorch und viele andere Arten. Er ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Europas.

Biosphärenreservat Pfälzerwald von Zerstörung bedroht
Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), hatte zur Wahl im März 2021 die Absicht geäußert, das Biosphärenreservat nun doch für Windräder öffnen zu wollen. Und das, obwohl dessen Schutz nach vielen Jahren des Kampfes eigentlich schon längst in Gesetz und Verordnungen festgezurrt wurde. Im Koalitionspapier der wohl künftigen SPD/Grüne/FDP-Regierung ist denn auch festgeschrieben, Windräder im Pfälzerwald bauen zu wollen. Zumindest in sogenannten „belasteten Gebieten“. Damit ist unter anderem das Areal um den Langerkopf bei Hofstätten gemeint. Die Bürgerinitiative Pro Pfälzerwald sieht das Biosphärenreservat von Zerstörung bedroht.

UNESCO-Status „Biosphärenreservat“ für Pfälzerwald nur ohne Windräder darin
Martin Waldhausen, ehemaliger Vorsitzender des deutschen UNESCO MAB-Komitees dazu:
„Der Pfälzerwald ist ein großer Schatz. Er spielt in einer Liga mit dem Ayers Rock in Australien, der Serengeti in Afrika und den Niagara-Fällenin Kanada, die ebenfalls ganz oder teilweise Biosphärenreservate sind. Dort würde aber keiner auf die Idee kommen, Windkraftanlagen aufzustellen.“
Die Vorsitzende der Bürgerinitiative Pro Pfälzerwald (IPP), Cornelia Hegele-Raih, ist entsetzt: „Auch der Berzirkstag, die Naturschutzorganisation Pollichia, der BUND für Naturschutz, der Pfälzerwald-Verein, der Alpenverein Sektion Landau  und viele weitere Institutionen haben sich damals dafür ausgesprochen, den Pfälzerwald windindustriefrei zu halten. Und dies soll nun wirklich alles wieder rückgängig gemacht werden?“

Windräder sind ein heftiger Eingriff in die Natur, sagt Hegele-Raih, „für die über 250 Meter hohen Stahlmonster müssen tausende Tonnen Beton in den Wald gekippt, Stahlarmierungen für die Fundamente in den Waldboden gerammt, 8 Meter breite Schotterpisten für den Transport mit Tausenden LKW-Fuhren angelegt werden“.

Klimaschutz minimal – Umweltschäden groß
Der Beitrag einiger Windräder im Pfälzerwald zum Klimaschutz wäre minimal, der Schaden für die Natur, den Tourismus und als Naherholungsgebiet der Region dagegen unermesslich, empört sich die IPP-Vorsitzende.

„Wir können das Klima nicht retten, indem wir die letzten Rückzugsgebiete im Wald auch noch industriell überbauen. Dies wäre auch eine vollkommen falsche Botschaft an unsere französischen Partner, die ihrerseits Windräder in ihrem Teil des Biosphärenreservats ausgeschlossen haben“.

Aufruf Online-Petition für ein windindustriefreies Biosphärenreservat
Das Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen muss für uns und unsere Nachkommen bewahrt werden, heißt es in der Online-Petition: „Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Unterschrift, diesen Schatz zu erhalten!“

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