Müllentsorgung im Katastrophengebiet Ahrtal

Schwerpunkt war am Wochenende die Organisation der Abfuhr-Transporte Berge von Abfallmengen und die Müllentsorgung, teilte die Leiterin des Katastrophenschutzstabes, Begona Hermann,  in einer Pressekonferenz der VG Altenahr vom heutigen Tag mit. Unglaubliche Müll- und Schuttmengen sind im Katastrophengebiet zu entsorgen.
Bild: Abfall-Berge aus der Ahrweiler Altstadt werden auf einem Parkplatz vor dem Ahrturm zwischengelagert. Von hier aus wird der Müll mit großen Maschinen zu den Müllhalden abgefahren. Foto: Presseservice Thomas Weber

Bad Neuenahr.26.7.2021/hi. Kaum vorstellbare Abfallmengen müssen aus dem Katastrophengebiet herausgeschafft und abtransportiert werden. 200.000 Kubikmeter Sperrmüll und 60.000 Elektrogeräte sind alleine im Ahrtal sachgerecht zu entsorgen, wie Thomas Weber vom lokalen Presseservice berichtet.

Private Helfer werden weiterhin benötigt
Unterdessen kommen die Aufräumarbeiten langsam und geordnet voran. Aber nach wie vor werden Helfer für die arg gestressten Familien in den vielen privaten Häusern benötigt.  Freiwillige Helfer sollen jedoch auf keinen Fall mit ihren Fahrzeugen in die Orte reinfahren. Sie sollen vielmehr auf den dafür vorgesehenen Parkplätzen außerhalb parken. Sie werden dann mit dem Shuttle-Service in die Krisengebiete gebracht, erklärt Thomas Weber. Wer sich ein Bild von den aktuellen Zuständen machen will, oder wer seine Hilfe anbieten will, wendet sich am besten an Markus Wipperfürth.

Riesenresonanz bei Ahrweinbestellaktion.
In kurzer Zeit gingen über 1.000 Paketbestellungen ein

Es ist derzeit unklar, wieviel Flaschen Ahrwein es nach der Katastrophe überhaupt noch gibt. Von 65 hauptberuflich tätigen Winzern sind 63 stark vom Hochwasser betroffen.
Bild: Danko

Ahrweiler.25.7.2021/Susanne Geipert. Volker Danko vom Ahrweinshop klingt am Telefon gefasst, obwohl er am frühen Morgen schon einen Tiefpunkt hatte. Er war auf der Suche nach brauchbaren Kisten, um seine Weine vom zerstörten Geschäft in Stadtlage in Bad Neuenahr zu seinem Lager und Wohnhaus zu transportieren, das um Haaresbreite dem Unglück entging.

Man kommt nur schwerlich durch die verstopften Straßen
Er war bereits sehr früh aufgebrochen zu einer Spedition im Gewerbegebiet in Bad Neuenahr. Man kommt nur schwerlich durch die verstopften Straßen, sagt Volker Danko, „überall wird Schutt und Material aufgeladen“.

Gewerbegebiet komplett zerstört
Auf dem Hügel der verschlammten Kisten stehend, mit Blick auf das komplett zerstörte Gewerbegebiet und in der morgendlichen Ruhe, sei ihm nochmal erneut das Ausmaß der Kastastrophe bewusst geworden: „Ein Moment der Ruhe, schwer zu ertragen“. Aber es hilft nichts. Er muss funktionieren. Und kurz darauf benötigen die von außerhalb eintreffenden Helfer die Kisten und Weine für die Versandaktion.

Seine eigenen Mitarbeiter können bei der Aktion nicht mithelfen, da sie und ihre Familien alle selbst betroffen sind vom Hochwasser.

Die Statiker prüfen die Häuser
Volker Danko geht nicht davon aus, dass im Stadtgebiet in diesem Jahr auch nur ein einziges  Geschäft wieder eröffnen kann. Die Straßen sind weggerissen, die Gasleitung bis hinunter zum Rhein muss komplett neu gebaut werden. Die Statiker sind unterwegs und prüfen, in welche Häuser die Bewohner rein dürfen und wo nicht. Dort unterscheidet ein kleiner Aufkleber am Haus über Existenzen: „Statik ok“ oder „Statik nicht ok“. 

Großer Zuspruch zur Weinbestellaktion
Volker Danko freut sich dennoch über den großen Zuspruch seiner Weinbestellaktion und dankt allen für die große Unterstützung, die ihm im Moment wirklich sehr hilft. Er verfügt, anders als so manch anderer Ladenbesitzer und vielleicht auch dank Corona, über einen großen Online-Handel und Kundenstamm.

Als er am vergangenen Montagabend um 21 Uhr den Hilferuf per Newsletter herausgeschickt hatte, kamen innerhalb von Minuten die ersten Bestellungen. „In nahezu jeder E-Mail ein Satz des Mitgefühls. Das zeigt uns, dass man in dieser Situation nicht alleine ist, und das spendet uns Kraft“.

Stetig kommen weitere Bestellungen, die von seinem Wohnhaus mittlerweile per UPS abgeholt werden können. Auch das Verpackungsmaterial steht jetzt in ausreichender Anzahl zur Verfügung, so dass die Zusendungen zeitnahe erfolgen.

 

Ein Wein-Hilferuf aus dem Ahrtal.
Wie Freunde guten Weines mit einer Online-Bestellung helfen können

In der Rubrik BacchusWelt, die von unserem Team-Mitglied Susanne Geipert betreut wird, finden unsere Südpfalz aktuell Leser normalerweise Vielfältiges aus der Welt des Weines. Die Starkregen-Katastrophe im Weinanbaugebiet Ahr aber überlagert alles. Heute veröffentlichen wir einen Hilferuf von ahrland Dankos Weinladen in Bad Neuenahr.
Bild: Ein Blick in ahrland Dankos Weinladen. Weine, die das Hochwasser schlammverschmiert überlebt haben.

Bad Neuenahr-Ahrweiler.21.7.2021/Susanne Geipert. Normalerweise erlebt man auf 150 qm in Dankos Weinladen die ganze Vielfalt der Ahrweine live zum Anfassen. Aber natürlich auch zum Probieren. Seit 1995 ist ahrland Dankos Weinladen die Adresse für Wein im Ahrtal. Neben den renommierten VdP-Winzern und den bekannten Winzergenossenschaften findet man bei Danko auch die kleineren Winzer mit überzeugenden Kollektionen.  

Wenn Danko am Telefon schildert, was das Jahrhunderthochwasser auch hier angerichtet hat, verschlägt es einem die Sprache.

Ein Wein-Hilferuf aus dem Ahrtal
Danko schreibt: Liebe Freunde guten Weines, wie Sie sicherlich in den letzten Tagen in den Medien mitverfolgt haben, erleben wir hier an der Ahr eine Katastrophe, die einfach unfassbar ist. Eine Flutwelle ungeahnten Ausmaßes fegte durch das Ahrtal. Wohnungen und Häuser wurden minutenschnell überflutet. Viele Menschen ertranken in ihren Wohnungen oder wurden verletzt. Tausende werden noch immer vermisst. Bad Neuenahr-Ahrweiler und das gesamte Ahrtal sind verwüstet. Selbst erfahrene Helfer vom THW waren fassungslos. Ein Helfer meinte zu mir: Das hier Erlebte übersteigt alles bisher Dagewesene nach dem Krieg.

Die meisten Weingüter sind auch betroffen. Unser Weinladen mitten in Bad Neuenahr ist genauso komplett verwüstet wie alle anderen Geschäfte in den Zentren von Bad Neuenahr-Ahrweiler und Umgebung.

Immer neue Hiobsbotschaften erreichen und erschüttern uns zutiefst. Wir fühlen mit den Vielen, die alles verloren haben.

An der Ahr hier sind wir Kämpfernaturen, aber diese Katastrophe werden wir aus eigener Kraft nicht bewältigen können. Das ist jetzt schon klar. Daher bitten wir Sie um Ihre Unterstützung.

Sie können uns helfen. Mit einer Bestellung eines Weinpakets. Bestehend aus drei Weinen, die das Hochwasser (leider schlammverschmiert) überlebt haben. Die Zusammensetzung ist rein zufällig. Die Flaschen sind unversehrt, aber nicht gesäubert.

Für 60,00 zuzüglich 6,95 für Porto und Verpackung.

Ein Teil des Erlöses werden wir an betroffene Weingüter weiter leiten.

Kontakt:

ahrland Dankos Weinladen
Inhaber Volker Danko
Kreuzstrasse 7a/ Platz an der Linde
53474 Bad Neuenahr
Telefon: 015125293671
E-Mail: info@ahrweinshop.de
Internet: www.ahrweinshop.de; www.ahrland.de

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre …

19.7.2021./statista. „Derzeit haben weder Union noch die Grünen nach der Flutkatastrophe der vergangenen Woche einen Zuwachs an Zustimmung verzeichnen können“, schreibt Statista im Kommentar zu den Wahlpräferenzen der Befragten. Wie die heute veröffentlichte aktualisierte Grafik zeigt, liegt die CDU/CSU mit Kanzlerkandidat Armin Laschet weiter klar vorne mit Werten zwischen 28 bis 30 Prozent. Die Grünen um Annalena Baerbock erreichen weiter 18 bis 20 Prozent der Stimmenanteile. Grafik: Statista

Wohin mit dem Rasenschnitt?

Beim Rasenmähen fällt ordentlich was an. Wohin mit dem vollen Fangkorb? Auf dem Komposter, sofern vorhanden, ist oft nicht genügend Platz. Und die grüne Bio-Tonne ist auch schnell voll. Wer neben seinem gepflegten Rasen auch noch Gemüse anbaut, dem kann geholfen werden, meint Barbara Karch.
Bild: Rasenschnitt ist genau das, was die Gemüsebeete brauchen. Foto: BK

Annweiler.11.7.2021/Barbara Karch. Nach einem scheinbar endlosen Winter und einem nicht wahrzunehmenden Frühling hat sich unser Garten in einen grünen Dschungel verwandelt. Sogar die kleine Rasenfläche, die ich Anfang März mit einem der üblichen Rasendünger gedüngt hatte, wuchert so sehr, dass einmal die Woche gemäht werden muss. Es fällt dabei ordentlich was an Rasenschnitt aus dem Fangkorb. Aber kein Grund zu jammern, sondern unverhohlene Begeisterung, denn das grüne Geriesel ist genau das, was die Gemüsebeete brauchen.

Das Saatgut wird in dünner Schicht unter alles, was da wächst, ausgestreut: Tomaten, Kohlrabi, Rote Beete, Zwiebeln, Möhren und um den Salat und somit der nackte Boden geschützt. Nicht wie in den Sommern zuvor vor der sengenden Hitze und der damit verbundenen Austrocknung, sondern vor der Verkrustung und Verdichtung des Bodens.

Im Schattigen können Regenwürmer, allerlei Insekten und Mikroorganismen ihrer Arbeit nachgehen und mir bei der Gartenarbeit helfen: Obst und Gemüse werden durch die Mulchschicht auf sanfte Weise gedüngt und der Boden vor Austrocknung oder Verschlammung geschützt.

Ich muss weniger gießen. Die Früchte bleiben sauberer als wenn sie auf den blanken Boden liegen. Die Lebensgemeinschaft der kleinen Krabbeltiere sorgt für ein ausgeglichenes Kleinklima. Und der Boden wird durch den entstehenden Humus immer besser. Also eine win-win-Situation.

Umweltschutz kann so einfach sein
Die Biotonne bleibt für andere Abfälle reserviert. Ich muss nicht zur Deponie fahren und tue somit etwas fürs Klima. Umweltschutz kann so einfach sein.

Sollte noch etwas übrig sein, kommt der Rasenschnitt als Mulchdecke unter die Stauden und Sträucher. Auch frisch gesetzte Obstbäume haben es gerne, wenn die Baumscheibe unkrautfrei von Mulch bedeckt ist.
Also, her mit dem Rasenschnitt!


Rosé-Wein: Kitsch oder Kult?
Folge 1/3: Weltweit im Trend. Mit zunehmendem Marktanteil

Wussten Sie, dass in Frankreich mittlerweile mehr Roséwein als Weißwein getrunken wird? Und dass Rosé an der Coté d´Azur dem Champagner den Rang abläuft? Höchste Zeit, sich einmal mehr mit dieser Art Wein zu beschäftigen. In drei Folgen werden unsere geneigten Leser darüber einiges erfahren. Jeweils mit einer Wein- und Kaufempfehlung.
Bild: Bioland-Winzer Andreas Müller, Frankweiler

Frankweiler.11.7.2021/Susanne Geipert. Was genau ist eigentlich Rosé? Einfach gesagt: Rosa Wein aus roten Trauben. Zugelassen sind grundsätzlich alle roten Rebsorten. Die Trauben werden gepresst und nach kurzer Standzeit auf der Maische wird der Saft abgezogen. Der Saft wird heller oder dunkler sein. Je nach Rebsorte und Kontaktdauer mit den Schalen, in denen die Farbe sitzt.

Weltweit zehn Prozent Marktanteil
Die weltweit wichtigsten Rebsorten für Roséwein sind Garnacha, Syrah, Spätburgunder und Sangiovese. Deren Marktanteil hat sich in den letzten Jahren weltweit verfünffacht. Von 2 % auf knapp 10 %. Das entspricht rund 100.000 Hektar. Oder in etwa der gesamten Weinbaufläche von Deutschland. Im Jahr 2020 wurden hierzulande rund eine Million Hektoliter Rosé produziert. Ein Zuwachs von 9% (Quelle: DWI).

Die statistische Musterfrau in Deutschland trinkt bevorzugt Rosé
Jede zehnte Flasche Wein, die in Deutschland getrunken wird, ist roséfarben. Statistisch gesehen ist der typische Rosétrinker jung und eher weiblich. Außer in Brasilien, wo mehr Männer Rosé trinken.

Süßlich-kitschiges Vorurteil
Trotz der steigenden Bedeutung fristet Roséwein oft ein Mauerblümchen-Dasein. Viele denken noch an die lieblichen Getränke aus den 70er und 80 er Jahren und verbinden mit der rosa Farbe eine süßliche und kitschige Weinspielart. Zu Unrecht, schaut man sich heute die vielen hervorragend gemachten Roséweine weltweit und insbesondere auch aus der Südpfalz an. Es gibt eine breite Vielfalt von Geschmacksrichtungen. Von trocken und kräuterwürzig bis verspielt. Roséweine eignen sich wunderbar als Speisenbegleiter. Sie sind eine echte Alternative zu Weiß- und Rotwein.

BacchusWelt Weinempfehlung
Rosé St. Laurent, Bioland-Weingut Müller in Frankweiler
Optik: klar, lachsfarben
Duft: fruchtig, würzig nach Eisbonbon, Rhabarberkompott und Kumquat
Geschmack: trocken, frische, angenehme lebendige Säure, mit elegantem Nachhall
Info vom Winzer: der Wein sollte eigentlich ein „Blanc de Noirs“ werden, wie in jedem Jahr. 2020 waren die Traubenschalen des St. Laurent jedoch so intensiv gefärbt, dass der Wein direkt nach dem Pressen schon nicht mehr ins Farbschema für den „Blanc de Noirs“ passte. Denn der muss nahezu weiß aussehen, um als solcher zugelassen zu werden. So entstand dieser traumhafte Rosé mit unschlagbarem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Passt zu: Sommersalat, Ratatouille, Merguez-Grillwurst
Preis: 5,80 €, www.weingut-mueller-pfalz.de

Kauf-Tipp
Das Weingut Müller in Frankweiler ist ein Familienbetrieb mit 13,5 ha Rebfläche in und um Frankweiler. Seit 2010 ist Weingut Müller  biozertifiziert. Seit 2016 Mitglied bei Bioland. 
BacchusWelt empfiehlt eine kleine individuelle Rosé-Probe in der Weinbar Müller. Es gibt dort nämlich noch weitere Rosévarianten: einen etwas kräftigeren Merlot-Rosé, zwei Spätburgunder-Rosé-Weine, einer trocken, der andere feinherb. Bestellt man 4x 0,1 l, ist man mit 10 Euro dabei und hat einen tollen Überblick über die verschiedenen Rosé-Spielarten.

Biotonne im Kreis SÜW wird künftig auch im Oktober und November wöchentlich geleert

Die Biotonne im Landkreis SÜW wird von nun an auch im Oktober und November wöchentlich statt wie bisher 14-tägig geleert. Das hat der Werkausschuss für den Eigenbetrieb WertstoffWirtschaft in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

SÜW.22.5.2021/kv. Eine wöchentliche Abfuhr gab es zuvor schon in den Monaten Juni bis September. Ab Oktober 2021 kommt die Müllabfuhr nun auch in den beiden Herbstmonaten Oktober und November wöchentlich, um die Bio-Abfälle abzuholen. Denn in der Zeit fallen in vielen Haushalten bei uns im Landkreis zusätzliche organische Abfälle an – Laub, Gartenabfälle, Heckenschnitt.

Der Eigenbetrieb des Landkreises will die freiwillige Biotonne für noch mehr Haushalte attraktiv machen, wenn eine Kompostierung organischer Abfälle auf dem eigenen Grundstück nicht möglich ist. Denn mehr Biotonnen im Landkreis bedeuten eine noch bessere Abfalltrennung und eine Reduzierung des Restmülls.

Keine Gebührensteigerung
Die Gebühren steigen durch das erhöhte Abfuhr-Intervall im Herbst übrigens nicht. Sie betragen aktuell für die „Standardtonne“ mit 60 Liter Fassungsvermögen monatlich 3,70 Euro.

In diesem Zusammenhang wirbt Landrat Seefeldt nochmals für die Wahl einer größeren Biotonne, auch um sich Fahrten zu Grünabfallannahmestellen zu ersparen. Für monatlich 1,90 Euro mehr (zuzüglich der einmaligen Gebühr in Höhe von 19,10 Euro für den Austausch) kann an Stelle der 60 Liter fassenden Biotonne die doppelt so große Tonne mit 120 Litern genutzt werden.

Mit diesem Gefäß wird auch die Verwertung von Rasenschnitt, wenn er nicht auf dem eigenen Grundstück zum Beispiel als Gründünger oder Abdeckmaterial eingesetzt werden kann, einfacher. Hinzu kommt, dass in vielen Fällen durch die Nutzung einer Biotonne, sofern bisher noch keine vorhanden war, auch eine Reduzierung des Restmüllgefäßes möglich sein kann, abhängig von der Personenzahl des Haushalts.

Weltweit einzigartig: Der Forsthof Annweiler.
Trifels Natur zeigt, wie auf lokaler Ebene Anpassung an den Klimawandel aussehen kann.

Unser Wald ist in der Klimakrise. Hochwertigere Nutzung im Holzbau ist eine wichtige Anpassungs -Maßnahme an die Folgen des Klimawandels. Der Forsthof Annweiler wird in innovativer Holzbauweise und mit einem ausgereiften Energiekonzept, erstellt. Weltweit einmalig ist, dass Edelkastanienholz als konstruktiv tragendes Holz in einem Gebäude mit großer Spannweite verwendet wird und eine spezielle Binderkonstruktion zum Einsatz kommt.

Bild: Förster und und Geschäftsführer der Trifels Natur GmbH, Harald Düx (rechts), erläutert Privatwald-Berater Karl-Heinz Busch am Modell auf dem Gelände des künftigen Annweiler Forsthofs, die Besonderheiten der Konstruktion aus Kastanienholz. (Im Hintergrund: Sarah Burkard, Mitarbeiterin der Trifels Natur GmbH).

Annweiler.12.5.2021/hi. Aufgrund der ausgeprägten Dürre der vergangenen Jahre und dadurch ausgelöster, massenhafter Borkenkäfervermehrung sind auch im Annweiler Wald große Schadflächen entstanden. Diese müssen wiederbewaldet werden. Wo immer möglich, setzt daher der Förster auf die Kräfte der Natur und auf die natürliche Ansamung von Baumarten. So pflanzt beispielsweise Annweilers Förster, Harald Düx, punktuell Kleingruppen von Bäumen wie etwa Traubeneichen, Linden oder Esskastanien, die den künftigen klimatischen Bedingungen hoffentlich besser gewachsen sind. Dadurch wird die Vielfalt und Anpassungsfähigkeit der jungen Waldgeneration erhöht, ist Düx überzeugt.

„Der Wald ist ein Ökosystem. Seine natürliche Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Umweltbedingungen zu stärken, ist eine Jahrhundertaufgabe für alle Waldbesitzer“, sagt auch Karl-Heinz Busch aus Annweiler. Busch ist Mitglied im Waldbauverein Trifels und ehemaliger Privatwaldberater.

Das Holzbau-Projekt für den neuen Forsthof der städtischen Trifels Natur zeige eindrucksvoll, wie auf lokaler Ebene Anpassung an den Klimawandel aussehen könne, fügt Busch hinzu, der selbst als Waldeigentümer alltäglich mit den Herausforderungen des Klimawandels für die Wälder konfrontiert ist.

Der Klimawandel erfordert auch im Wald neue Strategien
Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Anne Spiegel (Grüne) hat kürzlich der Hochschule Trier bis zu 260.000 Euro Fördergeld bewilligt, um Potenziale für eine nachhaltige, hochwertige Nutzung im Holzbau zu erforschen. Bisher wird nämlich Laubholz mit geringem Durchmesser, das sogenannte Laubschwachholz, wegen fehlender Alternativen primär als Brennholz genutzt.

Aufgrund seiner schwierigen Sägefähigkeit gibt es bisher kaum markttaugliche Produkte, um es beispielsweise im konstruktiven Hausbau zu nutzen, obwohl das Holz besonders gute Festigkeitswerte aufweist. Da der Anteil des Laubholzaufkommens infolge des Klimawandels und des ökologischen Waldbaus steigen wird, sei es wichtig, die Potenziale des Laubholzes für den Holzbau auszuloten, betont die Ministerin.

Auch MdL Andreas Hartenfels, Sprecher der Grünen für Umwelt und Forsten und Mitglied im Klimaschutz-Beirat, hat in einem Digitalen Bürgerdialog am 22. Februar dieses Jahres erläutert, wie bedeutsam eine nachhaltige Holznutzung für den Klimaschutz sei. Bauen mit Holz und insbesondere die Nutzung von Laubholz müsse ausgeweitet werden: „Innovative Methoden der Verarbeitung von Laubholz werden wir unterstützen“.

Bauen mit Holz
Jeder verbaute Kubikmeter Holz leistet einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Wird das Holz verbaut, bleibt das CO2 in Form von Kohlenstoff gebunden. Der Wald ist daher ein CO2-Senker.

Mit Holz funktioniert die Wertschöpfungskette: Die Bezugswege für Holz sind in Rheinland-Pfalz kurz und die energetisch wenig aufwendige Verarbeitung sorgt insgesamt für einen geringeren Energieaufwand.

Die Edelkastanie ist ein Klimawandelbaum. In der Region Annweiler ist rund ein Drittel des deutschen Kastanienholzaufkommens zu finden.

Annweiler Forsthof im Holzbau. Zahlen, Daten, Fakten
Der Forsthof Annweiler soll auf dem rund 5.800 qm großen Gelände im Gewerbegebiet „In den Bruchwiesen“ neu errichtet werden. Er wird in modellhafter Weise Ressourcen- und Energieeffizienz miteinander verbinden.

„Ein nachhaltiges Gebäude für den zentralen Forstbetrieb zu bauen, die Pfalz als Holzbauregion im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald zu etablieren und ein Referenzobjekt in Holzbauweise zu realisieren, das mit seinem innovativen und nachhaltigen Konzept einen wesentlichen Beitrag zur Entstehung eines funktionierenden Holzclusters in der Großregion leistet“, umreißt Harald Düx die Zielsetzungen.

Zudem solle der grenzüberschreitende Erfahrungsaustausch in der forstlichen Großregion gefördert werden.

Der Forsthof Annweiler erreicht einen KfW-55-Effizienzgebäude-Standard. Verglichen mit einem konventionell gebauten und mit Erdgas beheizten Gebäude gleicher Kubatur, verbraucht der Forsthof Annweiler jährlich 46.000 kWh weniger Energie und spart jährlich rund 9,2 Tonnen CO2 ein.

Die Halle hat eine Höhe von rund 9 Meter und eine Spannweite von 20 Metern. Zum Großteil wird Holz aus dem eigenen Stadtwald verbaut. Durch konstruktiven Holzschutz mittels Dachüberständen, innovativen Verbindern usw. kann auf chemischen Holzschutz verzichtet werden. Der eigentliche Baubeginn wird im Laufe dieses Jahres sein. Im nächsten Jahr 2022 soll der Forsthof Annweiler fertig gestellt sein.

Forsthof Annweiler ist ein Pilotprojekt von GReENEFF
GReENEFF ist ein INTERREG-Projekt im Programmbereich INTERREG V A Großregion. Das Programm heißt offiziell „europäisch territoriale Zusammenarbeit“. Es fördert seit mehr als 20 Jahren die grenzüberschreitende Kooperationen zwischen lokalen und regionalen Akteuren. Das INTERREG-Programm wird aus dem „Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung“ (EFRE) gefördert.

Ziel von GReENEFF ist es, ein grenzüberschreitendes Netzwerk im Bereich Ökoquartiere und sozialer Wohnungsbau mit hohen Energieeffizienz-Standards aufzubauen. Die Teilnehmer wollen voneinander lernen und nach Möglichkeit reproduzierbare Erfahrungen sammeln.
In der ersten Projektphase wurde ein grenzüberschreitender Kriterienkatalog für hocheffiziente energetische Sanierungen und Neubauvorhaben erstellt.
In der zweiten Projektphase steht die Entwicklung, Förderung und fachliche Begleitung von Pilotprojekten im Vordergrund.

Der Neubau des Forsthofs Annweiler ist eines der Pilotprojekte im Rahmen von GReENEFF und wird mit Mitteln aus dem INTERREG-Programm finanziell gefördert. Außerdem wird der Forsthof Annweiler noch von der Clusterinitiative Holz in Rheinland-Pfalz sowie der KfW finanziell gefördert.

Der Galgenberg in Annweiler. Blutgerichtsbarkeit anno 1382 durch den Burgvogt vom Trifels

Nicht zufällig ist es, dass die postalische Anschrift des Sportvereins  VTG Queichhambach lautet: „Sportanlage am Galgenberg“. Dort wo heute in Annweiler ein Kunstrasenplatz für die Fußballer des VTG Queichhambach ist, ging es im 14. Jahrhundert der Stauferzeit gar schaurig zu.
Bild: Peter Brüghel

Annweiler.9.5.2021/hi. Nahe zum Trifels, südlich gelegen, zu Füßen des Hohenberges, erhebt sich hier der 210 Meter hohe Galgenberg. Hier war eine historische Richtstätte, auf der die Blutgerichtsbarkeit gemäß des Weistums und Gerichts zu Queichhambach ausgeübt wurde.

Ein Weistum ist eine zumeist ländliche Rechtsquelle des Mittelalters, die durch eine Weisung zustande gekommen ist. Gemeint ist damit die Auskunft einer rechtskundigen Person über einen bestehenden Rechtszustand in einer hierzu einberufenen Versammlung.

Der Heimatforscher Helmut Seebach aus Annweiler hat bereits 1983 im Rahmen der Feierlichkeiten zur 700-Jahrfeier des Ortes in seinen Quellenstudien herausgefunden, dass ein Burgvogt vom Trifels der Oberherr über das Gericht zu Queichhambach war. Als sogenannter Reichsfaut übte er die Blutgerichtsbarkeit aus.

Das blutige Amt des Trifelser Reichsfaut
Seine Wirkungsstätte war der “Galgenberg“ in unmittelbarer Nähe des Dorfes. Die Gehenkten wurden wie auch das verendete Vieh auf dem nahen „Schinderwasen“, also in nicht geweihter Erde, verscharrt. Für ein weithin abschreckendes Exempel konnte der Reichsfaut oder Burgvogt des Trifels einen Übeltäter auch auf der Rheinbrücke hinrichten.

Nicht nur Grimms Märchen …
Seebach zitiert dazu Jacob Grimm (1785-1863), den Gründungsvater der Germanistik und der Deutschen Volkskunde. Der hatte nämlich im 5. Band seiner Weistümersammlung das Weistum aus dem Jahre 1382 abgedruckt, in dem es heißt, dass ein Reichsfaut des Heiligen Reichs auf Trifels Oberherr des Gerichts ist.

Oberster Gerichtsherr des Gerichts zu Queichhambach war übrigens der Abt von Hornbach.
Weitere rechtskundige Männer waren der Abt von Eußerthal und der Ritter von Scharfenberg.

Das Weistum von 1382 diente der dauerhaften Regelung der herrschaftlichen territorialen Rechtsverhältnisse der drei Vertragspartner. Die einzelnen Grenzen wurden darin erstmals umfassend zwischen ihnen verbindlich abgesteckt.

Die Redaktion von Südpfalz aktuell meint:
Eine bemerkenswerte Textfundstelle, die der Heimatforscher Helmut Seebach da ausgegraben hat.
Es führt bereits ein beschilderter Wanderweg zum Galgenberg. Fehlt nur noch die entsprechende Infotafel. Eine touristisch-attraktiv gestaltete Schautafel wäre ein weiterer Ansatzpunkt, zu dem die Gästeführer spannende Geschichten erzählen könnten. Und Annweiler wäre wieder um einen Merkpunkt im Touristenführer reicher.

Finde den Stein.
Pfälzerwald-Verein Hauenstein veranstaltet Suchspiel

Im Pfälzerwald, rund um die Ortsgemeinde Hauenstein, wird von Mai bis Oktober dieses Jahres jeweils am Monatsanfang ein großer, bunt bemalter Stein deponiert, den es zu finden gilt. Finde den Stein. Mit dieser Aktion will der örtliche Pfälzerwald-Verein an die schönsten Orte rund um den Luftkurort führen und zum Bewegen animieren, heißt es in der Ankündigung. Am 1. Mai geht’s los.
Foto: Hauenstein / W.G. Stähle

Hauenstein. 26.4.2021/Werner G. Stähle. „Egal ob Jung oder Alt, alle können mitmachen. Wer loszieht und die Augen offen hält, wird sicher belohnt. Wer einen Stein gefunden hat, schickt ein Beweisfoto an T.Keiser@LSB-Rlp.de oder per WhatsApp an 0178/732.8692“, lautet die Aufforderung des PWV Hauenstein.

Laufzeit Mai bis Oktober 2021
Damit die Fotos zugeordnet sowie Gewinnerinnen und Gewinner benachrichtigt werden können, wird um Angabe von Name und E-Mail-Adresse gebeten.
Einsendungen seien bis Ende Oktober möglich.
Wer mindestens fünf der sechs Steine gefunden und sich mit Fotos registriert habe, könne tolle Preise gewinnen.

Jeder Monat ein neuer Stein
Jeden Monat sei ein neuer der von den Kindern der Grundschule und der Kindergärten in Hauenstein bemalter Steine zu finden. Auf dem jeweiligen Exemplar stehe deutlich „FINDE DEN STEIN“, der somit nicht mit anderen zu verwechseln wäre. An welchem der „ganz besonderen Orte“ ein bunter Stein ausgelegt ist, sei jeweils zum Monatsanfang auf der Internetseite www.PWV-Hauenstein.de zu erfahren sowie im örtlichen Amtsblatt Hauensteiner Bote.

Organisiert und betreut wir diese Aktion von der Jungen Familie des Pfälzerwald-Vereins Hauenstein in Kooperation mit der Landesinitiative „Rheinland-Pfalz – Land in Bewegung“.

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