Deponie Heuchelheim-Klingen. Klimaschutz-Modernisierung.Weniger Treibhausgas Methan in die Umwelt

Deponie Heuchelheim-Klingen. Klimaschutz-Modernisierung.
Weniger Treibhausgas Methan in die Umwelt

Der SÜW-Eigenbetrieb WertstoffWirtschaft (EWW) erhält bis zu 211.753 Euro aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums. Die Mittel werden aufgrund baulicher Verbesserungen und Teilsanierungen an der Gasbehandlungsanlage bei der Deponie Heuchelheim-Klingen gewährt.

Bild: Müll-Deponie Heuchelheim-Klingen. Von 1992 bis 1999 wurde dort sämtlicher Restmüll aus dem Landkreis entsorgt. Inzwischen ist der Teil des Deponiekörpers, der mit Müll befüllt ist, vollständig abgedeckt. Quelle: KV/SÜW.

Heuchelheim-Klingen/SÜW.28.5.2021/KV/hi. „Das ist meines Wissens die erste, nicht rückzahlbare Zuwendung, die der Landkreis für ansonsten gebührenfinanzierte Maßnahmen der Abfallwirtschaft erhält“, freut sich Landrat Dietmar Seefeldt über den Bewilligungsbescheid.

Auch der Leiter des Eigenbetriebs WertstoffWirtschaft, Rolf Mäckel, und Klimaschutzmanager Philipp Steiner begrüßen, dass der Weg für die Modernisierung bei der Deponie geebnet wird: „Ermüdungserscheinungen in den 30 Jahre alten Leitungen und der Gasfassung hatten weniger Gasbildung zur Folge. Durch Bauarbeiten und eine verbesserte Gasregelstation wird das Methangas nun zu weit höheren Anteilen verfeuert. So gelangt weniger klimaaktives Gas in die Umwelt. Eine energetische Nutzung ist aufgrund der ohnehin sinkenden Gasentwicklung jedoch nicht mehr wirtschaftlich.“

Der Projektträger Jülich, eine Einrichtung, die unter anderem im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Maßnahmen des Klimaschutzes prüft und finanziell fördert, hat dem Landkreis die Zuwendung für Gesamtausgaben bis zu einer Größenordnung von rund 353.000 Euro für die Maßnahmen an der Gasbehandlungsanlage gewährt.

„Die Maßnahmen reduzieren die freiwerdenden Treibhausgase erheblich und verbessern damit die Umweltbilanz des Deponiebetriebs. Die WertstoffWirtschaft leistet hier einen sinnvollen und notwendigen Beitrag zum Klimaschutz im Landkreis“, so Landrat Seefeldt.

Die Baumaßnahmen sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben, vergeben und abgeschlossen werden. Der Zuschussbetrag ist bis November 2022 verfügbar.

Hintergrund
Durch die organische Zersetzung ohne Sauerstoffzugabe im Müllkörper entsteht Gas. Dies geschieht im Wesentlichen durch die biologischen Bestandteile, die im Restmüll enthalten waren. Das entstehende Methangas darf zur Verhinderung der Erderwärmung nicht in die Atmosphäre gelangen und muss folglich behandelt und schadlos beseitigt werden. Zu Beginn der Befüllung der Deponie Heuchelheim-Klingen, wo ab dem Jahr 1992 bis 1999 sämtlicher Restmüll aus dem Landkreis eingebaut wurde, war die Gasentstehung deutlich höher und qualitativ hochwertiger; damals wurde mittels der Gasnutzung ein Motor zur Stromerzeugung betrieben.

Inzwischen, nach mehr als 20 Jahren der letzten dauerhaften Ablagerung von Restmüll, hat das entstehende Gas nur noch eine schwache Brennwertleistung, die Gasqualität und -menge sind nur noch gering. Eine energetische Verwertung ist nicht mehr angeraten und sinnvoll, daher wird das wenige abgesaugte Gas lediglich noch sporadisch abgefackelt. Auf Grund der erwarteten Menge, die immer noch entsteht, und der Vermeidung des Austritts in die Umgebung ist eine Gasbehandlung voraussichtlich noch bis zum Jahr 2038 erforderlich, so die fachlichen Berechnungen.

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