+++  RKI meldet am Freitagmorgen (16.7.) 1.456 Neuinfektionen, 18 Todesfälle. Inzidenz erneut wieder leicht gestiegen. (heute 8,6, Vortag 8,0).

+++ RKI meldet am Freitagmorgen (16.7.) 1.456 Neuinfektionen, 18 Todesfälle. Inzidenz erneut wieder leicht gestiegen. (heute 8,6, Vortag 8,0).

Die Inzidenz wird europaweit als ein Kennwert verwendet, wenn es um Lockerungen oder Verschärfung von Corona Bekämpfungs-Maßnahmen geht. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz so zu mindern und auf niedrigem Niveau zu halten, dass die Gesundheitsämter die Nachverfolgung von Kontakten der Corona-Infizierten leisten können.

Hospitalisierung als Alternative zum Inzidenzwert
Inzwischen wird eine andere Kennzahl als Alternative zum Inzidenzwert diskutiert: Die Hospitalisierung. Die BILD-Zeitung berichtete, dass das Robert-Koch-Institut (RKI) plane, „die Hospitalisierung als zusätzlichen Leitindikator“ in den Blick zu nehmen. Also die Anzahl der im Krankenhaus behandelten Corona-Patienten.

Dazu passt, dass das Bundesgesundheitsministerium am Sonntag bekannt gab, dass Krankenhäuser künftig verpflichtet werden sollen, alle Krankenhausneuaufnahmen wegen Corona zu melden. Bisher wird lediglich die Zahl der Intensivpatienten zentral erfasst.

In der Politik gibt es zu den Überlegungen des RKI Zustimmung: Die mögliche Abkehr vom Inzidenz-Wert könnte „die langersehnte Wende für uns alle“ sein, sagte beispielsweise Friedrich Merz (CDU) am Wochenende der BILD.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) für neue Kriterien
Auch im Sommerinterview beim SWR hat nun Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Linie der Inzidenzwerte verlassen. Sie sprach sich dafür aus, dass der Inzidenzwert als Schwelle für verschiedene Maßnahmen bis zum Herbst durch neue Kriterien ergänzt werden könnte. Im Mittelpunkt könnten dann statt der reinen Zahl der Infektionen stärker die Auswirkungen auf die Betroffenen und das Gesundheitswesen stehen.

Freie Wähler sehen sich bestätigt
„Die Ministerpräsidentin schwenkt damit auf die Linie der Freien Wähler (FW) um, kommentiert FV-Fraktionschef Joachim Streit. Dieser hatte bereits unter anderem am 11. März in der SWR-„Elefantenrunde“ der sieben Spitzenkandidaten zur rheinland-pfälzischen Landtagswahl gefordert: „Schmeißt die alten Regeln über Bord und haltet euch nicht mehr an Inzidenzwerte“. Maßgeblich sei der Schutz des Einzelnen und die Stabilität des Gesundheitssystems. Dies werde durch das Festhalten allein an Inzidenzwerten nicht abgebildet.

Und Stephan Wefelscheid, Wirtschaftspolitischer Sprecher, der FW-Landtagsfraktion ergänzt: „Die Ministerpräsidentin hätte die Geschäfte viel früher öffnen können, hätte sie eher auf uns gehört. Die immensen Umsatzeinbußen waren vermeidbar. Bleibt nur zu hoffen, dass Malu Dreyer jetzt wenigstens im nächsten Plenum in dieser Woche den Weg für unseren Antrag auf Entschädigungsregelung für von Corona betroffene Selbständige freimacht. Die Geschäftsleute haben eine Entschädigung für die vermeidbare Phase der Schließungen mehr als verdient.“

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