Edle Tropfen und kulinarische Gaumenfreuden unterm Riesenrad

Nach pandemiebedingter Zwangspause kehrt der populäre Novembermarkt vom 5. bis 7. November in die Pirmasenser Innenstadt zurück. Längst ist das Weinzelt auf dem Unteren Schloßplatz ein beliebter Treffpunkt für Genießer geworden. Und das Riesenrad vor der Pfarrkirche St. Pirmin ist dafür das Markenzeichen. An drei Tagen laden edle Tropfen, kulinarische Gaumenfreuden und Live-Musik zum Feiern ein. Der Einzelhandel präsentiert am verkaufsoffenen Sonntag sein gesamtes Sortiment in einer herbstlichen Vielfalt und stellt die Attraktivität der Pirmasenser Geschäftswelt unter Beweis.

Pirmasens.26.10.2021/PS/hi. Im beheizten Weinzelt, das durch eine transparente Dachkonstruktion besticht, werden Winzer aus der Pfalz und von der Nahe ihre Kreationen kredenzen. Im Ausschank sind Weine und Secco der Jahrgänge 2019/2020 vom Winzerhof Wallhäuser (Mandel/Nahe), vom Weingut Emil Bauer (Landau-Nußdorf), Weingut Kuntz (Impflingen) und dem Weingut Wilhelm Anselmann (Flemlingen). Küchenmeister Eric Kunz vom gleichnamigen Hotel Restaurant in Winzeln offeriert mit seiner Mannschaft eine herbstliche Speisekarte.

Riesenrad und Stadtmarketing
Ungewöhnliche Ausblicke auf die Horebstadt können Besucher bei einer Fahrt im Riesenrad „Colossus“ erleben, das sich auf dem Oberen Schloßplatz dreht. Der 100 Tonnen schwere Stahlkoloss entfaltet in der Dunkelheit eine ganze besondere Wirkung, wenn die LED-Lichter den Radkranz und die Speichen illuminieren. Pirmasenser Unternehmen und Einzelhändler haben im Vorfeld die Möglichkeit beim Stadtmarketing Gutscheine zum Vorzugspreis zu erwerben, um diese an ihre Kunden weiterzugeben. Der Nachwuchs kann auf dem Kinderkarussell eine Runde drehen. Ebenso befinden sich auf der Schloßstraße eine Marktmeile mit Crêpes, Flammkuchen und Grillspezialitäten sowie Süßwaren.

Wein-Pass für Degustation
Erstmals dürfen sich die Gäste des Novembermarktes auf einen „Wein-Pass“ freuen. Zum Preis von zehn Euro pro Person können Genussfreunde insgesamt vier Weine der beteiligten Weingüter probieren. Im Pass inkludiert ist außerdem eine Fahrt auf dem Riesenrad.

Live-Musik an allen drei Tagen
Zur besonderen Atmosphäre des Novembermarktes trägt auch die Live-Musik an allen drei Tagen bei. Im Anschluss an die offizielle Eröffnung durch Beigeordneten Denis Clauer am Freitagabend, 19 Uhr, sorgen die Rheinhessen „Flo & Chris“ für ausgelassene Stimmung im beheizten Weinzelt. Das Publikum darf sich auf Coverhits aus den letzten fünf Jahrzehnten freuen.

Party-Sound auf höchstem Niveau garantiert der Auftritt der Band „From da Soul“ am Samstagabend. Ab 19.30 Uhr zünden die sechs Vollblutmusiker eine krachende wie powergeladene Show aus Soul, Funk und Pop. Im Weinzelt treffen Earth, Wind and Fire auf Police, Christopher Cross und Coldplay.

Am Sonntagmorgen dürfen sich Besucher auf ein Wiedersehen mit der Riverside Jazzband freuen. Bereits zum siebten Mal sind die sechs Musiker aus Dettenhausen im Neckar-Alb-Kreis beim Jazz-Brunch im Weinzelt zu Gast. Ab 11 Uhr erklingen Swing- und Dixieland-Stücke sowie Songs der Blues Brothers oder R+B-Titel von Louis Jordan und Rock’n‘ Rolls von Bill Haley.

Im Weinzelt übernimmt ab 15 Uhr die Band „Gentle Jackets“. Die Pirmasenser Musikgrößen Michael Bixler (Keyboards), Ralf Bender (Schlagzeug) und Ralf Maxstadt (Gesang) widmen sich – unterstützt vom saarländischen Kontrabassisten Bodo Bode den all-time-favorits der sanften Töne. Das 2016 ins Leben gerufene Quartett interpretiert Klassiker der Swing-Ära und ausgewählte Songjuwelen von Rod Stewart, den Beatles, Michael Jackson oder George Michael. Hits aus der 70er Soul-Ära beschließen den Abend.

Heimat shoppen
Der verkaufsoffene Sonntag steht unter dem Titel „Heimat shoppen“. Der Startschuss dazu fällt um 13 Uhr. Die Läden haben bis 18 Uhr geöffnet. Eine ideale Gelegenheit, sich zur Einstimmung auf die kältere Jahreszeit mit einer neuen Garderobe auszustatten oder passende Dekorationsartikel sowie Accessoires für Heim und Garten zu erstehen.

An allen drei Tagen ist auch die Schülerfirma BBS Kreativ mit einem Verkaufsstand im Weinzelt sowie auf der Schloßstraße vertreten. Die jungen Erwachsenen – angehende Holztechniker und Teilnehmer des Berufsvorbereitungsjahrgans Technik – entwerfen, produzieren und vermarkten ihre handwerklich hergestellten Gegenstände selbst. Die Auswahl reicht vom Weinglashalter über Weinständer aus Alt und Edelholz bis hin zu Chamapgner-Gestellen.

Ausstellung “Wald Schloss, Schuh” im Alten Rathaus
Der Novembermarkt ist für die Pirmasenser und ihre Gäste eine ideale Gelegenheit, um im Alten Rathaus die vielfältigen Facetten der Stadtgeschichte zu entdecken. Die Ausstellung „Wald Schloss, Schuh“ gewährt Besuchern spannende Einblicke in die Geschichte der Siebenhügelstadt.

Im 1. Obergeschoss können Interessierte anhand zahlreicher Exponate die Entwicklung der Stadt in der Vor- und Frühgeschichte bis hin zur Landgrafenzeit entdecken. Die Zeit ab der Französischen Revolution wird im 1. Untergeschoss lebendig und beschäftigt sich außerdem mit dem Umbruch und Neubeginn. Im Scherenschnittkabinett, das im 2. Obergeschoss zu finden ist, sind die filigranen Werke der in Pirmasens geborenen Scherenschnitt-Künstlerin Elisabeth Emmler zu sehen. Ihre Hauptthemen sind die Märchen der Gebrüder Grimm und der Pfälzerwald, die von ihr illustriert werden.

Das Stadtmuseum Altes Rathaus ist während des Novembermarktes freitags, samstags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 2,50 Euro, Schüler sind frei.

Verkehrsinfo
Die Schloßstraße wird anlässlich des Novembermarktes von Donnerstag, 4. bis einschließlich Sonntag, 7. November 2021, zwischen Löwenbrunnenstraße und Christiansgasse für den Verkehr gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert.

MdL Helge Schwab (FW): Windräder im Pfälzerwald müssten jetzt Geschichte sein

Die Landtagsfraktion der Freien Wähler sieht sich durch die ablehnende Haltung des MAB-Nationalkomitees der Unesco bestätigt. Die beabsichtigten Bebauung des Pfälzerwalds mit Windkraftanlagen wird die Aberkennung als Biosphärenreservat nach sich ziehen.
Archivbild IPP: Windradbau im Soonwald

Mainz.25.10.2021/FW. Noch im Juli dieses Jahres hatten sich die Freien Wähler eindeutig gegen den Bau von Windkraftanlagen im Biosphärenreservat Pfälzerwald positioniert. Das MAB-Nationalkomitee habe jetzt in einem Schreiben an das Umweltministerium von Anne Spiegel (Grüne) unmissverständlich erklärt, dem Pfälzerwald den Status als Unesco-Biosphärenreservat abzuerkennen, sollte die Landesregierung ihre Pläne gegen großen Widerstand durchziehen. Damit sei nun das eingetreten, was zu befürchten war, erklärte Helge Schwab, stellvertretender Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler: “Der Bau von Windkraftanlagen im Pfälzerwald dürfte spätestens jetzt Geschichte sein”.

Besonders verwerflich findet Schwab, dass sogenannte Kalamitätsflächen – zum Beispiel nach Windbruch oder Schädlingsbefall – als Standorte für Windräder genutzt werden sollten: „Dadurch geben wir das weltweit vorbildliche, nachhaltige und Jahrhunderte alte deutsche Forstwirtschaftsprinzip der Wiederaufforstung preis. Und dies, obwohl wir doch alle wissen, dass wir unseren Wald zum Erhalt des Klimas dringend benötigen“, argumentiert der Abgeordnete.

Dass der Bau von Windrädern im Pfälzerwald nur in den sogenannten Entwicklungszonen stattfinden solle, sei eine Bürgertäuschung. Denn dabei erwähne die Landesregierung nicht, dass diese genannten Flächen rund 88 Prozent des Schutzgebietes ausmachen.

Pfälzerwald. Biosphären-Status in Gefahr.
Christian Baldauf (CDU): Landesregierung muss von Windkraft-Plänen im Pfälzerwald Abstand nehmen

Jetzt ist es raus: Das MAB-Nationalkomitee der UNESCO wird dem Pfälzerwald seinen Status als Biosphärenreservat aberkennen, wenn dort Windräder gebaut werden. Wie jetzt bekannt wurde, liegt der Umweltministerin Anne Spiegel (Grüne) bereits seit mehreren Wochen ein diesbezügliches Schreiben des MAB-Nationalkomitees vor, das über den Schutzstatus aller UNESCO-Biosphärenreservate wacht.
Fotomontage: IPP

Mainz.23.10.2021./hi. Die Landesregierung müsse sofort von ihren Plänen, Teile des Pfälzerwalds für Windräder zu öffnen, Abstand nehmen, erklärte dazu der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Christian Baldauf: „Die Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat steht auf dem Spiel. Aus dem MAB-Schreiben geht deutlich hervor, dass der Pfälzerwald seinen Status als Biosphärenreservat verliert, sollte die rheinland-pfälzische Ampel wirklich Windräder im Pfälzerwald zulassen“. Für den Pfälzerwald, die Region und auch das Land wäre das eine Katstrophe, so Baldauf.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende zeigt sich verwundert, dass Umweltministerin Spiegel das Schreiben zurückhält: „Das UNESCO-Komitee schiebt den Windkraftplänen der Landesregierung einen deutlichen Riegel vor. Warum macht die Landesregierung ein Geheimnis daraus? Was gedenkt die Landesregierung nun zu tun? Hält sie an ihren Windkraftplänen fest?“ Im nächsten Umweltausschuss soll die Umweltministerin dazu Stellung nehmen. Einen entsprechenden Berichtsantrag hat die CDU-Fraktion bereits auf den Weg gebracht.

Der Pfälzerwald muss windkraftfrei bleiben
Die Position der CDU zur Windkraft im Pfälzerwald ist bekannt. Christian Baldauf betont:  „Wald hat Vorrang – deshalb setzen wir uns seit vielen Jahren für das Verbot der Errichtung von Windkraftanlagen in den Naturparks, insbesondere im Pfälzerwald, ein. Von Anfang an haben wir bedauert, dass SPD, Grüne und FDP mit ihren neuen Windkraft-Plänen wichtige Regelungen im Sinne des Naturschutzes hintenanstellen. Der Pfälzerwald muss windkraftfrei bleiben.“

„Wie war der Holocaust möglich?“.
Ausstellung in Pirmasens sucht Antworten

Wie war der Holocaust möglich? Dieser zentralen Frage geht ab 6. November 2021 eine Sonderschau im Stadtmuseum Altes Rathaus nach. Unter dem Titel „Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufer und Widerstand“ ist die vielbeachtete Wanderausstellung des United States Holocaust Memorial Museum in Pirmasens zu sehen.
Bild: Die Ausstellung „Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ adressiert eine der zentralen Fragen zum Holocaust: Wie war der Holocaust möglich? Foto: S Holocaust Memorial Museum

Pirmasens.21.10.2021/ps. Die zentrale Rolle von Adolf Hitler und anderer nationalsozialistischer Führer ist unbestreitbar. Aber sie waren von unzähligen anderen abhängig. Welche Rolle spielten die gewöhnlichen Menschen? Warum haben so Viele die Verbrechen der Nationalsozialisten unterstützt oder geschwiegen? Warum haben so Wenige den Opfern geholfen?

Die Erkenntnis, dass der Holocaust möglich wurde, weil Menschen in Deutschland und ganz Europa aus verschiedenen Gründen motiviert waren, dem Völkermord zuzustimmen oder daran mitzuwirken, ist entscheidend, um Lehren aus dem Holocaust zu ziehen.

Der Holocaust erinnert uns daran, dass das Undenkbare immer möglich ist. Es erinnert uns auch daran, dass Individuen mehr Macht haben, als sie vielleicht wissen – zum Guten oder zum Schlechten. Das Museum hofft, dass diese Ausstellung dazu inspiriert, über eigene Einflussmöglichkeiten für eine bessere Zukunft nachzudenken.

Die Ausstellung wird bis zum 18. Dezember im Stadtmuseum Altes Rathaus Pirmasens gezeigt.

Nach der Annexion Österreichs sehen Anwohner im März 1938 zu, wie österreichische Nationalsozialisten Juden zwingen, den Bürgersteig in Wien zu schrubben“.
(Foto: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes)

„Hitler und andere nationalsozialistische Führer hätten den Holocaust nicht alleine verüben können“, erklärt Timothy Kaiser, stellvertretender Direktor des Levine Instituts für Holocaust Erziehung am Museum. „Einige waren Nachbarn“ stellt die Frage nach den unzähligen anderen, die den Holocaust mit ermöglichten, aber auch nach den Menschen, die Widerstand leisteten und Andere retteten. Besucher können eigene Annahmen hinterfragen und überlegen, wie der Einzelne etwas bewirken kann.”

Dem Pirmasenser Stadtarchiv ist es gelungen das Immanuel-Kant-Gymnasium für eine Zusammenarbeit zu gewinnen und dadurch ein Peer-Guide-Programm anbieten zu können. „Nach regem Zuspruch können im Rahmen der Ausstellung nun sowohl Rundgänge für Schüler als auch – durch die Zusammenarbeit mit den Pirmasenser Gästeführern – für Erwachsene angeboten werden“, freut sich Stadtarchivarin Heike Wittmer. Alle Schulen seien eingeladen, an den Führungen teilzunehmen. „Durch die offene Gestaltung der Ausstellung sind keine Vorkenntnisse notwendig – so können auch jüngere Kinder das Angebot wahrnehmen“, betont Wittmer.

Bei den moderierten Rundgängen, die zum eigenen Denken und Handeln anregen sollen, stehen nach Wittmers Worten die Handlungsräume der Menschen von damals im Mittelpunkt. „An ausgewählten Stationen werden Phänomene wie Täter- und Komplizenschaft, Wegschauen, Eigennutz, Hilfe oder Widerstand vorgestellt und diskutiert“, so Heike Wittmer. Mit Blick auf die historisch-parallelen Ereignisse in Pirmasens werde die Frage „Wie war der Holocaust möglich?“ regional angebunden. Die Dauer der Führungen beträgt jeweils ca. 90 min. 

Auf einen Blick
Die Sonderausstellung „Einige waren Nachbarn“ ist vom 6. November bis einschließlich 18. Dezember 2021 im Stadtmuseum Altes Rathaus zu sehen. Die Einrichtung ist jeweils dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Führungen für Schulklassen sind kostenfrei. Erwachsenengruppen (bis zu zehn Personen) zahlen 35 Euro. Der Eintritt ist Museum ist frei.
Um Voranmeldung wird gebeten. Telefon: 06331/842299 oder per E-Mail: stadtarchiv@pirmasens.de.
Schülerführungen sind montags, dienstags und donnerstags jeweils von 8 bis 10 Uhr, von 10 bis 12 Uhr sowie von 12 bis 14 Uhr buchbar. Individuelle Termine für Führungen sind möglich.                                                                                             

Hintergrund
Diese Ausstellung wurde gefördert durch das William Levine Family Institute des United States Holocaust Memorial Museums mit Unterstützung u. a. von der David Berg Foundation, der Oliver Stanton Foundation, der William & Sheila Konar Foundation, der Blanche and Irving Laurie Foundation, der Benjamin and Seema Pulier Charitable Foundation, Sy and Laurie Sternberg, und dem Lester Robbins and Sheila Johnson Robbins Traveling and Special Exhibitions Fund established in 1990.

Das United States Holocaust Memorial Museum ist ein lebendiger Ort der Erinnerung an den Holocaust und inspiriert sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Führungskräfte weltweit, sich dem Hass entgegenzustellen, Völkermord zu verhindern und sich für die Menschenwürde einzusetzen. Seine weitreichenden Bildungsprogramme und seine weltweite Wirkung werden durch großzügige Spenden ermöglicht.
Weitere Informationen hier.

Hexenwelten

In seinem Herbstprogramm bietet der Historische Arbeitskreis Nußdorf unter dem Motto „Hexenwelten“ zwei Vorträge zu diesem Thema an.

Annweiler.20.10.2021/rue./hi. In einem ersten Vortrag am Mittwoch, 27. Oktober, spricht Simone Neusüß über “Ursachen der Hexenverfolgung”. Der Vortrag gibt einen Einblick in den Zeitgeist und das magische Weltbild der Frühen Neuzeit. Er fasst zusammen, welche theologischen, spirituellen und politischen Strömungen sich in den Hexenvorstellungen jenerZeit verbanden und wie diese die Ausbreitung der Hexenverfolgung beeinflussten.

Rolf Übel, der bekannte Geschichtswissenschaftler und ex-Archivar für Annweiler und Bad Bergzabern, hat sich seit 30 Jahren mit der Hexenverfolgung in der Südpfalz und im Nordelsass in den Jahren 1570 bis 1640 beschäftigt. Sein meistgelesenes Buch dazu “Wegen vielgeübter Zauberei und Hexenwerk” ist 2003 erschienen im Landauer Verlag für Bürgerkunde und Pfalzforschung.

Am Mittwoch, 10. November, hält Rolf Übel einen Vortrag über die Nußdorfer und Landauer Hexenprozesse von 1580-1590. Der Referent hat die Hexenprozesse aus diesem Jahrzehnt noch einmal untersucht. Und er hat dabei auch noch bislang unbekannte Prozesse entdeckt, etwa vor dem Reichskammergericht. Ein Augenmerk wird auch auf die familiären Verbindungen und persönlichen Verhältnisse der beteiligten Familien geworfen. Und zuletzt geht es um die Frage, in wieweit die „Kleine Eiszeit“ für die Prozesse mitverantwortlich ist.

Die Vorträge beginnen jeweils um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus/Feuerwehrhaus, Kirchstraße 18, Landau-Nußdorf.
Anmeldung: Telefonisch unter 06341/959169 oder per E-Mail an: rolf_uebel@web.de

Landau. Kreisverkehr Nordring/An44/Am Kronwerk ist fertig

Jetzt geht’s wieder rund: Die Arbeiten am Kreisverkehr Nordring/An44/Am Kronwerk in Landau sind abgeschlossen. Der zunächst nur provisorisch angelegte Mini-Kreisel war seit Mitte Mai dauerhaft ausgebaut worden. Die Kosten blieben mit rund 390.000 Euro unter der Kalkulation von 433.000 Euro. Die Maßnahme wird vom Land Rheinland-Pfalz mit 65 Prozent gefördert.
Bild: Kein Provisorium mehr. Der Kreisverkehr an der Kreuzung Nordring/An44/Am Kronwerk in Landau wurde dauerhaft ausgebaut. Foto: LD

Landau.14.10.2021/ld/hi. OB Thomas Hirsch ist froh, dass es für alle Verkehrsarten wieder freie Fahrt auf der neuralgischen Strecke gibt. „Durch den dauerhaften Ausbau des Kreisverkehrs mit farbiger Mittelinsel und Aufpflasterung der Fußgängerübergänge wird die Verkehrssicherheit in diesem Bereich noch weiter erhöht und der Verkehr fließt besser“, begrüßt der Stadtchef die neue Dauerlösung als guten Kompromiss zwischen den Bedürfnissen des Fußgänger-, Rad- und Autoverkehrs.

Der neue Kreisel als sichere Verbindung der angrenzenden Fahrradzonen ging als Maßnahme aus dem 2019 vom Stadtrat verabschiedeten Integrierten Mobilitätskonzept hervor. In dessen Zuge steht in nächster Zeit noch die Optimierung der Ampelschaltungen in den großen Ringstraßen an. Ein ganzes Bündel an Maßnahmen zum Klimaschutz durch Radverkehr wird zudem vom Bund mit Fördermitteln von bis zu 7,5 Mio Euro unterstützt. Der entsprechende Förderbescheid flatterte der Stadt vor wenigen Tagen ins Haus. Der Schwerpunkt liegt auf einer Vernetzung der Schul- und Universitätsstandorte durch einen Fahrrad-Innenstadtring.

Erhöhung der Energiepreise bei Stadtwerken?
suepress.de hat in Bad Bergzabern nachgefragt

Die Energiepreise gehen zurzeit durch die Decke. Ob an der Zapfsäule, beim Gaszähler oder auf der Stromuhr. Seit einigen Tagen tritt vor dieser Entwicklung in den Medien sogar das politische Regierungsbildungs-Feilschen hinter verschlossenen Türen in die zweite Reihe. Unsere Partner-Redaktion suewpress.de hat sich bei den Stadtwerken BZA kundig gemacht, was auf die Verbraucher zu kommt. Ob die Strompreise für deren Kunden demnächst angehoben werden, sei noch gar nicht raus, hat Redakteur Robert Wilhelm dabei herausgefunden.
Foto: pixabay

Bad Bergzabern.13.10.2021/Robert Wilhelm. Mit gespannter Gelassenheit betrachtet Christian Müller das, „was da gerade abgeht“. Denn ob der Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Bergzabern gezwungen sein wird, demnächst die Strompreise für seine Kunden anzuheben, ist noch gar nicht raus. Gleichsam blickt er schon mit Sorge auf die Ärmeren in der Gesellschaft und die Unternehmen, die sehr bald durchaus in ihrer Existenz bedroht sein könnten.

Eine zwiespältige Aussicht?
Ja und nein. Denn es ist kompliziert. Kompliziert deshalb, weil sich der Strom-Einkaufspreis für die Stadtwerke BZA wie für jeden anderen Versorger seit Juni in etwa verdreifacht hat. Von dortmals rund 5 auf derzeit 15 Cent die Kilowattstunde. Und da fängt es schon an. Die Strom- oder auch Gaspreise haben sich jedoch “lediglich” um rund 25 bis 30 Prozent erhöht, wie das die Internet-Vergleichsportale Verivox oder Check 24 listen.

Strom selbst kleinster Posten bei seinem Endpreis
Wie das? Kostet der Strom 5 Cent pro Kwh im Einkauf, muss der Verbraucher zurzeit 30 Cent bezahlen. Für was also die restlichen 25 Cent? EEG-Umlage (Gebühr für die Finanzierung zur Erzeugung erneuerbarer Energie), Netzentgelte, sonstige Umlagen und auf alles noch die Mehrwerststeuer von 19 Prozent.

EEG-Umlage entscheidender Faktor
Bei dieser Berechnung wirtschaften die Stadtwerke mit einer operativen Marge von 5 bis 7 Cent, mit der sie den Betrieb und das Personal finanzieren. Steigt, wie aktuell, der Einkaufspreis um bis zu 10 Cent pro Kwh bleibt von der Marge fast nichts übrig. Aber. Die EEG-Umlage soll demnächst vom Staat gesenkt werden. Das könnten im günstigen Fall 3 bis 4 Cent sein. Das entscheide sich in zwei bis drei Wochen. Dann entscheide sich folglich auch „ob wir den Strompreis überhaupt erhöhen müssen“, sagt Müller im Gespräch mit der suewpress-Redaktion. Und verweist nicht ohne Stolz darauf, dass die Stadtwerke BZA zurzeit die billigsten Stromanbieter in der Region seien, laut Check 24.

Strukturiertes Einkaufen von Strom
Das bedeutet: Die Stadtwerke sichern sich auf einen Zeitraum von 3 Jahren monatsweise zum aktuellen Marktpreis eine kleine Menge Strom. Immer 3 Prozent des eigenen Absatzes werden so kontinuierlich preislich gesichert. Das heißt, dass die Werke trotz des Anstieges von 5 auf derzeit 15 Cent die Kwh dem Verbraucher weiterhin nur mit 5 Cent in Rechnung stellen. Vorerst.

Kurzfristige Anstiege wie zurzeit können so über die Zeit hinweg abgefangen werden. Hält die Hochpreisphase allerdings an, wird sich das in etwa 2 Jahren auf den Verbraucher durchschlagen, prognostiziert Müller. Denn die Stadtwerke kauften ja jetzt in kleinen Mengen eben auch den teuren Strom ein. Und das wird zu erheblichen Problemen führen, wenn das irgendwann weitergegeben werden müsse.

Politik muss sozialen Ausgleich schaffen
Leiden werden finanziell schwach ausgestattete Haushalte und energieintensive Unternehmen. Müller rechnet vor: Bleibt der Stromeinkauf dauerhaft bei 15 Cent, steigt die Kwh von derzeit 30 auf 40 bis 45 Cent. Das sind bei einem Durchschnittsverbrauch von 3.000 bis 3.500 Kwh pro Haushalt Mehrausgaben von rund 350 Euro pro Jahr, nur für Strom. Dazu kämen ja noch Gas/Öl, Benzin, Lebensmittelpreise und, und, und.

„Das kann sich jemand mit Hartz IV nicht mehr leisten. Da muss es einen sozialen Ausgleich geben“, fordert der Chef der Stadtwerke, „anders geht das nicht. Aber das muss die Politik bestimmen.“ (rw)

Vollsperrung Modenbachtal zwischen Ramberg und Weyher.
Ab Montag, 25. Oktober

Am kommenden Montag, 25. Oktober, beginnen die Arbeiten für die Fahrbahnerneuerung der L 506 und der K 6 im Modenbachtal zwischen Ramberg und Weyher. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum 29. November. In Abhängigkeit von den Witterungsverhältnissen. In dieser Zeit sind die Fahrbahnen in beiden Richtungen voll gesperrt.
Karte: LBM Speyer

Ramberg.Weyher.13.10.2021/lbm. Die ausgeschilderte Umleitung des Verkehrs erfolgt über Albersweiler, Burrweiler und Rhodt. Die Verkehrsführung von Edenkoben aus erfolgt in umgekehrter Richtung. Die Zufahrt zum Forsthaus Heldenstein, aus Weyher kommend, über die K 6, ist während der gesamten Bauzeit gewährleistet. Der Wanderparkplatz „Drei Buchen“ ist von Ramberg aus über die L 506 anfahrbar.

Die Kosten für die rund 800 Meter lange Baumaßnahme belaufen sich auf rund 370.000 Euro.

Der Landesbetrieb Mobilität Speyer bittet alle Verkehrsteilnehmer und Anlieger um Verständnis für die auftretenden Verkehrsbehinderungen während der Bauzeit.

Tiere im Garten – ein Garten für Tiere.
Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“

Viele Tiere haben es in unserer zersiedelten und durch menschliche Nutzung geprägten Landschaft schwer. Wie ein Garten zu einem lebendigen Ort wird, in dem auch Tiere gerne wohnen, ist Thema eines grenzüberschreitenden Projekts „Gärten für die Artenvielfalt“. Eva Hofmann von der Gartenakademie RLP hält dazu am kommenden Sonntag einen Online-Vortrag. Und zur Einstimmung erzählt unsere Redakteurin Barbara Karch, welch allerlei Getier sich in ihrem Garten tummelt.
Bild: Die richtige Pflanzenauswahl und Strukturen wie zum Beispiel Wasserstellen laden Tiere zum Verweilen ein. Foto: Biosphärenreservat/Claudia Halfmann

Annweiler.13.10.2021/Barbara Karch. Hurra, ich kann’s noch gar nicht glauben, aber wir haben tatsächlich Molche in unserem Garten. Ich bewirtschafte seit 20 Jahren ein Grundstück in Hanglage. Deshalb haben wir gleich beim Hausbau nach Sandsteinen gesucht und damit Trockenmauern errichtet.

Es dauerte nicht allzu lange, und schon fühlten sich Zauneidechsen, Blindschleichen und Spitzmäuse in den zahlreichen Spalten und Kämmerchen wohl in ihrem Zuhause.

Auch zahlreiche Frösche und Kröten im und um den Teich herum gehören zu den tierischen  Bewohnern.

Aber Molche, das war bisher Fehlanzeige. Dabei waren die mir aus meiner Kindheit noch gut in Erinnerung. Auch habe ich in unserer Umgebung nie welche gesehen. Wohl schon Feuersalamander. Auch eine Unke war des Nachts aus dem Teich zu hören. Nur eben keine Molche.

Als ich im letzten Jahr die Trockenmauer reparieren musste, krabbelte zwar ein Wesen aus dem Steinschutt. Aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass es wirklich ein so lange vermisster Molch sein sollte.

Nun habe ich Gewissheit: es ist ein Molch. Zwar noch klein. Aber das wird schon noch.  Und dann habe ich noch einen zweiten gerade heute in einer Pfütze gefunden. Das tröstet über das tote Exemplar hinweg, das ich beim Aufräumen im Heizungskeller gefunden habe. Wie es dahin kam, kann ich mir nicht erklären, denn anders als im Vorratskeller gibt es keine Möglichkeit über Kellerfenster einzuwandern.

Und ich weiß auch, dass es nur wenige Menschen gibt, die Blindschleichen anfassen: Aber es ist schon witzig, wenn meine bessere Hälfte mich in den Keller ruft, um im Frühjahr die Schlange in die freie Natur zu entlassen, die sich über Winter dort unten an den zahlreichen Insekten dick und rund gefressen hat und nicht mehr durch die dünnen Schlitze passt.

Ein Garten mit den unterschiedlichen Möglichkeiten, die Trockenmauern, Teich, Komposthaufen, Hecken und Obstbäume bieten, sind auch für wilde Tiere interessant. Und wenn dann noch Insektenschutzmittel, Herbizide und Fungizide weggelassen werden, hat der Gärtner noch viel mehr Freude dran. (bk)

Projekt „Gärten für die ArtenvielfaltJardiner pour la biodiversité“
Mit dem grenzüberschreitenden Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ soll die breite Öffentlichkeit im deutschen wie im französischen Teil des Biosphärenreservats für die Artenvielfalt im Alltag sensibilisiert und begeistert werden. So soll in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern ein ökologisches Handeln sanft und nachhaltig entwickelt werden. Das Projekt wird durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.

Online-Vortrag am Sonntag, 17. Oktober, 18 Uhr
Eva Hofmann von der Gartenakademie RLP zeigt, worauf es ankommt, damit der Garten nicht nur schöne Pflanzen beherbergt, sondern auch von vielen Tieren bewohnt wird, deren Beobachtung Gärtnerinnen und Gärtnern Freude bereitet. Sie können grüne Oasen schaffen, die sich als Lebensraum für verschiedene Tiere eignen. Eva Hofmann stellt in ihrem Vortrag vor, welche Strukturen, Bearbeitungsweisen und Pflanzen den Garten besonders anziehend für Tiere machen. Die Teilnahme am Vortrag ist kostenlos. Um Anmeldung bis Freitag. 15. Oktober, 12 Uhr beim Biosphärenreservat Pfälzerwald unter m.mayer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de wird gebeten. Im Anschluss wird ein Link zum Vortrag zur Verfügung gestellt.

Weingut Jülg sahnt erneut ab.
Meiningers Rotweinpreis geht in die Südpfalz.
Degustationsnotizen beim Rundgang

Erneut erklingen Lobeshymnen auf die Weinmacher in der Südpfalz. Diesmal auf das Weingut Jülg, das erst im April in den Verband der Präsdikatsweingüter aufstieg. Nun hat der renommierte Neustadter Weinverlag Meininger das Schweigener Weingut mit Preisen für seine Rotweine bedacht.
Bild: Glückliche Weinmacher im Weingut Jülg, Kellermeister Sören Söllner und Winzer Johannes Jülg. Foto: cmc-hi

Schweigen.13.10.2021/Susanne Geipert. In der Weinszene ist der Name Jülg schon länger ein Begriff für herausragende Weine. Im ehemaligen bayrischen Forstamtsgebäude in Schweigen, an der französischen Grenze, stellt die Familie Jülg in dritter Generation Weine her, die von sich reden machen. Namhafte Verkoster von Falstaff und Gault&Millau schreiben Lobeshymnen. Vor allem seit Johannes Jülg das Zepter vor wenigen Jahren von Vater Werner übernahm. Jülg Junior hat sich sieben Jahre lang in renommierten Betrieben in Deutschland sein Handwerk angeeignet. Unter anderem auch bei Weinmacher-Legende Klaus Peter Keller sowie im Burgund. Das trägt heute im wahrsten Sinne des Wortes Früchte.

Erst im April dieses Jahrs stieg das Weingut in den erlauchten Kreis der VDP-Prädikatsweingüter auf, wo man nicht eintreten kann, sondern „auserkoren“ wird durch herausragende Weinqualität und höchste Produktionsstandards. Jetzt erzielte das südpfälzer Weingut aus Schweigen bei Meiningers Rotweinpreis 2021 das beste Gesamtergebnis von knapp 300 deutschen Weingütern und wurde mit der „Kollektion des Jahres 2021“ ausgezeichnet.

Neben dem Sieg in der Kategorie I (Spätburgunder) sowie Kategorie II (Lagen-Spätburgunder) erzielten die beiden anderen Rotweine eine Bewertung von jeweils 94 Punkten.

Alle Weine gibt es bei der Jahrgangspräsentation „Grand Vintage“ am 1. Adventswochenende zu verkosten, so das Weingut.

Degustationsnotizen
Der ausgezeichnete Spätburgunder Sonnenberg „WB“ birgt gleich zwei Geheimnisse.  Eines steckt im Namen, das andere im Termin, ab wann er wohl zu haben ist. Doch dazu später.

Fachhändler Pinard de Picard, der den Wein vorab verkosten durfte, beschreibt den Wein wie folgt: „Dieser spontanvergorene, rund zwei Wochen lang eingemaischte Spätburgunder eine ungemeine Frische und sinnliche Fruchtausprägung. Dieser saftige und dunkelviolett im Glas liegende Wein duftet nach feinen Waldbeeren, auch etwas Brombeer und Heidelbeere, sowie einem Hauch Bleistift und Gewürznelke. Das Holz rahmt den Wein lediglich hauchfein, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Am Gaumen zeigt sich der Pfälzer von dies- und jenseits der Grenze mit feinem Kalkbiss. Die dunkle und reife Frucht wird hier regelrecht von der Kalkader reguliert, die den Wein eindrucksvoll durchzieht. Das verlangt nach großen bauchigen Gläsern und vertiefter Auseinandersetzung, wirkt aber gleichzeitig so hedonistisch, dass man sich auch einfach nur an einem enorm wertigen Rotwein erfreuen kann. Den Jülgs gelingt dieser Spagat wie wenigen anderen Betrieben.

Nach der Lektüre fragt man sich: wann gibt es ihn und was kostet dieser edle Tropfen? Wir lüften das erste Geheimnis mit einer guten Nachricht: bereits ab Dezember wird er in den Verkauf kommen. Der Spätburgunder könnte also an den Feiertagen zum Jahresausklang das Festessen verschönern. Zu Wild, gegrilltem Schweine- oder Rindfleisch oder winterlicher Gans. Auch Schmorgerichte mit Gemüse, wie Ratatouille oder Pilze, würden ihm gutstehen.  Preislich wird der gute Tropfen bei 30 Euro liegen. Wer ohne Kochen in den Genuss guter deutscher und französischer Küche kommen möchte, dem sei die Weinstube im Weingut empfohlen. Dort kann man natürlich alle Jülg-Weine zum Essen genießen.

Das zweite Geheimnis birgt der Spätburgunder Sonnenschein im Namenszusatz „WB“.  Klingt wie das Kürzel einer neuen Automarke. Oder Waschprogramm. In Wirklichkeit verbirgt sich dahinter eine Parzelle namens Wormberg. Was so viel bedeutet wie Warmberg. Da diese zu 100 Prozent  in Frankreich liegt, verbietet das deutsche Weingesetz, den Namen auszuschreiben, denn die Fläche gehört nicht zu Deutschland, verrät uns Maria Kiefer, die im Weingut arbeitet. Johannes Jülgs Großvater Oskar, Gründer des Weingutes und nach dem der zweite Siegerwein benannt ist, hatte daher bei Weinbergsarbeiten früher immer seinen Paß dabei. Denn rund 50 Prozent der Rebflächen der Jülgs liegen in Frankreich.

Dazu Werner Jülg: „Hier in der Grenzregion leben wir die deutsch-französische Kultur. Durch die Historie Schweigens besitzen wir Weinberge in beiden Ländern. Der besondere Kalkanteil im Boden bietet Nährstoff für großartige Burgunder, welche sich im internationalen Vergleich nicht verstecken müssen“. Und Johannes ergänzt: „Schweigen ist Heimat für Burgunder. Ob Rot oder Weiß. Das zeigen besonders unsere VdP-Ortsweine“.

Und noch ein Geheimnis, das eigentlich keins ist, sei verraten: auch die Ortsweine wie Scheurebe und Sauvignon Blanc, schmecken hervorragend und haben mit 8 bis 10 Euro pro Flasche ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis.

Auf jeden Fall lohnt ein herbstlicher Besuch im Weingut Jülg, es gibt viel zu entdecken. Weitere Infos rund um das Thema Wein gibt es beim Aroma-Labor Südpfalz. Hier findet man auch die nächsten Termine für Online-Weinseminar.

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